Reinigungsprodukte werden häufig unterschätzt, da sie mit Hygiene und Sicherheit assoziiert werden. Moderne Forschungsarbeiten zur Raumluftqualität zeigen jedoch, dass sie einer der größten Verursacher von VOC-Emissionen in geschlossenen Räumen sein können.
Eine aktuelle Studie, die häufig verwendete kommerzielle Reinigungsprodukte analysierte, stellte fest, dass diese zusammen Hunderte von VOCs in die Raumluft emittierten, darunter fast zweihundert als potenziell gefährlich eingestufte Verbindungen. Diese Emissionen beschränkten sich nicht auf Chemikalien in Industriequalität; selbst weit verbreitete Haushaltsprodukte trugen zu messbaren VOC-Belastungen bei.
Neuere toxikologische Forschungsarbeiten haben auch Bedenken hinsichtlich Desinfektionschemikalien wie quaternären Ammoniumverbindungen aufgeworfen. In kontrollierten Expositionsstudien wurde die Inhalation dieser Substanzen mit messbaren Lungengewebeschäden in Tiermodellen in Verbindung gebracht, was darauf hindeutet, dass luftgetragene Expositionspfade in Modellen der Arbeitshygiene signifikanter sein könnten als bisher angenommen.
In realen Umgebungen wird dies besonders relevant, wenn die Reinigung in schlecht belüfteten Räumen durchgeführt wird oder wenn mehrere chemische Produkte in Kombination verwendet werden, wodurch die Gesamtexposition potenziell verstärkt wird.